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LIMINALE 2019

Die dritte Ausgabe der Liminale findet vom 3. – 6. April 2019 statt.

JETZT.RECHT.RAUSCH.

3 Abende, 3 Themen: An jedem Abend sind eine mittelfränkisch regionale und eine überregionale Theatergruppe eingeladen, ihre Produktionen zu einem Thema zu zeigen.

JETZT.

 

Jetzt – Jetzt ist jetzt. Eindeutig und unbewegt, nicht unbekannt wie die Zukunft und nicht interpretierbar wie die Vergangenheit. Ist das so?

Jetzt ist eine Zeitbeschreibung, ein Moment, der schon vergangen ist, wenn man ihn ausspricht, und der im Gedanken an die Zukunft immer als Zustand implementiert ist.

Er umschreibt alle Zeitebenen und doch nur die eine.

Ist es so eindeutig, über das „Jetzt“ zu reflektieren, über den Moment, der immer im Vergehen ist, nachzudenken, und seinen Ausdruck in Theaterformen zu finden?

Theater findet immer in diesem „Jetzt“ statt und ist damit schon immer vergangen und gleichzeitig wieder Zukunft im Prozess des Rezensierens.

Wir leben in einem „Jetzt“, das keine eindeutige Situation von gesellschaftlichen Zusammenleben, Werten und persönlichen Zuständen beschreibt. Eine Zeit der Vielfalt, der Schnelligkeit, der Freiheit und der Bewusstlosigkeit.

Was ist unser „Jetzt“?

RECHT.

 

Mein Recht.

Mein Recht, geliebt zu werden.

Mein Recht zu lieben.

Mein Recht auf Respekt und Wertschätzung.

Mein Recht auf Miteinander und Einsamkeit.

Mein Recht zu sein.

Mein Recht – am Tag und in der Nacht.

Ein Recht für alle Zeit und alle Menschen.

RAUSCH.

 

Was empfindet man? Was sieht man? Wunderdinge? Außerordentliche Schauspiele? Ist es herrlich? Ist es schrecklich? Ist es sehr gefährlich? (…) Das Gewirr der Linien wird zur deutlichen Sprache, in der du die Erregung und die Sehnsucht der Seelen liest.

Charles Baudelaire: Die künstlichen Paradiese, 1925.

Der Rausch beginnt. Jetzt. Er bricht aus und es gibt kein Zurück. Er ist da. Er legt sich über mein Empfinden, manipuliert, verstärkt, lässt zu. Ich lasse zu. Geöffnete Synapsen intensivieren das Erleben. Subjektive Ekstase durchdringt meinen Körper. Ich spüre mich. Ich spüre Dich. Ich spüre die Welt. Ich bin eins. Ich bin die Welt. Ich bin verloren.

Ausgeliefert. Ich bin im Rausch, im Theater der Sinne. Ich bin im Theater, im Rausch der Sinne. Es gibt keine Wahrheit und kein Entkommen.